Dienstag, 7. Juni 2016

Brauchen Kinder einen «Oberbandenführer»?

Die Schule entwickle sich in die falsche Richtung, findet Jugendgewalt-Experte Allan Guggenbühl in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» und sagt, was sich ändern sollte.

Schulen seien heute wie wie einst Normvollstrecker. «Da ist es problematisch, vorzugeben, man sei ein Hort der Kreativität und des freien Handelns. Der Widerspruch zeigt sich etwa, wenn man Schulhäuser besucht: Überall hängen schöne Sprüche, es wird zu Respekt aufgerufen, gewaltlose Kommunikation verlangt und Nachhaltigkeit gepredigt.» Guggenbühl erinnerten solche Sprüche an «die DDR oder China, wo man die Menschen auch durch Leitsätze kontrollieren will.» Sobald ein Kind sage, was es wirklich denke, oder sich andersartig verhalte, reagiere die Schule: «Es hagelt Time-outs, Strichlein, Gelbe Karten und Überweisungen zu Profis, die die Kinder flicken sollen, damit sie nicht blöd tun›, andere beleidigen oder Heterogenität kreativ ausleben.»

Oft werde ein Kind zum Therapiefall, ohne dass sich die Lehrperson mit der Bedeutung des Widerstands oder Fehlverhaltens auseinandersetze. Wenn Guggenbühl damit recht hat, beschreibt er ein Problem.


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